| Informationen zum Spiel | |
|---|---|
| Titel: | Bioshock |
| Publisher: | 2K Games |
| Plattform: | Xbox 360 |
| Genre: | First-Person-Shooter |
| Release: | 24.08.2007 |
| USK: | ab 18 Jahren |
| Online-Modus: | Nein |
Jeder kennt wohl Atlantis, die versunkene Stadt, oder hat mindestens schon einmal von ihr gehört. Und bestimmt wird jeder einmal den Wunsch gehabt haben, einfach mal in eine solche Stadt abzutauchen. Die Entwickler des Spieleepos System Shock 2 haben diesen Wunsch gehabt und so entwickelten sie Bioshock. Das mittlerweile viel umworbene Spiel erscheint mit vielen Bildern in den Medien. Oftmals hört man zeittypische Musik und man sieht eine Art Roboter in einem blecherne Taucheranzug, welche auch als Titelfigur fungiert.
Nexnow.de hat den Titel ausführlich getestet. Wir haben überprüft, welche Werbebilder und Versprechen im Spiel bestätigt werden, was es mit den überdimensionalen Blechdosen auf sich hat und, vor allem, ob Bioshock den hohen Erwartungen gerecht werden kann.
Story
Die 60er Jahre waren eine wilde Zeit. Die Flower-Power Ära hatte große Teile Amerika in den Konsum von Marihuana und freier Liebe gestürzt, Ian Flemming veröffentlichte den ersten seiner berühmten Bond Romane und die Beatles eroberten die Welt mit ihrer Musik. Unser Held Jack wird wahrscheinlich eher die Rolling Stone bevorzugt haben, doch das hat für den Verlauf der Geschichte keine Bedeutung. Auf einer Flugreise stürzt er mitten über dem Atlantik ab, was zu dieser Zeit den sicheren Tod bedeutet hat. Doch wie es das Schicksal will, ragt mitten im Ozean ein Leuchtturm aus dem Meer. Doch was wie eine gemütliche Fischerbleibe aussieht, entpuppt sich zum Tor in eine andere Welt. Im Leuchtturm befindet sich eine Tauchkugel, die Jack eben mal betritt. Was soll er auch machen? Marshmallows über den brennenden Trümmern des Flugzeugs grillen – er hat leider keinen Stock.
Während dem Tauchgang wird Jack in einer kleinen Videobotschaft die Philosophie von Rapture, so heißt die Unterwasserstadt, erklärt. Ein reicher Industrieller namens Andrew Ryan gründete die Stadt, in der jeder Mensch frei von jeglichen Wirtschaftsordnungen der freien Welt leben kann. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass sowas nie funktionieren kann. Rapture ist auch vor unserer unfreiwilligen Ankunft alles andere als ein Paradies. Die utopische Stadt auf dem Meeresgrund ist von Bürgerkriegen zerstört und verwüstet. Verschiedene Forscher, die ihr auf euerem Abendteuer Ale treffen werdet, haben Substanzen und Mittel entwickelt, die die DNA des Menschen nachhaltig verändern, um spezielle Fähigkeiten zu erlernen. Um diese Fähigkeiten erwerben zu können, benötigt der Spieler ADAM. Die Flüssigkeit wird von abgerichteten, kleinen Mädchen produziert, die das Blut von Leichen mit gigantischen Spritzen aufsaugen und es dann in ADAM umwandeln. Diese so genannten Little Sisters befinden sich in Rapture, doch immer beschützt von gigantischen Robotern in blechern Taucheranzügen, den Big Daddys. Um an das ADAM der Little Sisters zu kommen, muss zu erst mal den Big Daddy ausgeschaltet werden und das gestaltet sich Alles andere als leicht. Gelangt man erstmal an die Little Sister, hat man die Qual der Wahl. Beutet man sie aus, erhält man die maximale Menge an ADAM, rettet man sie, erhält man entsprechend weniger. Beim ersten Vorgang stirbt die Little Sister. Eine Gewissensfrage. Doch eins soll gesagt sein: Wohltäter werden es im weiteren Spielverlauf etwas leichter haben. Hält man die rote Flasche mit der kostbaren Flüssigkeit dann erstmal in seinen Händen, kann man sie benutzen. ADAM zerstört menschliche Zellen und wandelt sie in genmanipulierte Zellen um.
Diese benötigen Energie in Form von EVE, welches man im Spiel wie Verbandskästen kaufen oder sammeln kann. Mit genug gesammelten ADAM kann man sich an Verkaufsautomaten neue Plasmide kaufen und erst die bilden übernatürliche Fähigkeiten beim Spieler aus. So kann man zum Beispiel Feuer oder Blitze aus seiner Hand auf Gegner oder Umgebung lenken oder per Telekinese Raketen oder Granaten fangen und zurückschleudern. Doch gerade dieses gefährliche Spiel mit der DNA hat aus vielen Bewohnern gefühllose Bestien gemacht, die euch in den dunkeln Ecken von Rapture auflauern. Nach euerer Ankunft in Rapture bekommt ihr Kontakt mit Atlas, einem Offizier, der die Kontrolle über das Sicherheitssystem besitzt. Doch auch er hat die Kontrolle verloren und sieht seine Familie in Gefahr. Er bietet an, dem Spieler den Weg in die Freiheit zu zeigen und verlangt im Gegenzug, dass ihr seine Familie rettet. Die Geschichte in Bioshock ist packend und flüssig erzählt. Zwischensequenzen gibt es nicht, alles passiert im Spiel und vor euren Augen.
Gameplay
Obwohl Bioshock als Ego-Shooter umworben wird, ist er doch viel mehr als das. Man hat zum einen die Möglichkeit seinen Gegner mit einer Menge verschiedener Waffen um die Ecke zu bringen: Von banalen Brecheisen über die Maschinenpistole zum alles zerstörenden Granatenwerfer. Der Clou: Es gibt eine Vielzahl verschiedener Munition, die man mit dem Steuerkreuz wechseln kann. Anti-Personen Munition eignet sich für viele halbwegs menschliche Gegner, panzerbrechende Munition ist super gegen Big Daddys oder Geschütze und Ionen Munition verteilt Stromschläge beim Aufschlag. Welche Munition gegen welche Art von Gegnern besonders effektiv ist, lernt ihr noch im Spielverlauf genau. Für die Steuerung von Bioshock benötigt man nur eine geringe Eingewöhnungszeit. Mit dem linken Analog Stick läuft man, das Umsehen und zielen erfolgt mit dem rechten Stick. Mit den 2 Schultertasten RB und LB wählt und wechselt man seine Waffe oder Plasmid, mit RT feuert man seine Waffe ab und mit den LT nutzt man den gewählten Plasmid. Mit A interagiert man mit Hebeln oder Verkaufsautomaten, durchsucht Kisten oder nimmt Gegenstände auf. Mit X lädt man seine Waffe nach, spritzt sich eine neue Ladung EVE um Plasmide nutzen zu können oder man hackt sich in Geschütze oder Automaten. Das Hacken ist ein Minispiel, bei dem ihr Karten mit bestimmten Rohren so legen müsst, das eine Flüssigkeit durch die Rohre von A nach B fließen kann. Schafft ihr das in der Zeit, kämpft das Geschütz für euch oder der Verkaufautomat verringert die Preise. Scheitert ihr, bekommt die Gerätschaft einen Kurzschluss und der Held erleidet erheblichen Schaden. Das Ziel des Spiels ist es, wieder aus Rapture zu entkommen. Ihr verfolgt von Anfang an das grobe Ziel Atlas zu treffen, der euch während des Spiels leitet und hilft. Auf dem Weg bekommt ihr oft kleinere Zwischenmissionen, wie etwa eine Lösung herzustellen oder euch mit einer Forschungskamera auf die Jagd zu begeben. Langeweile oder Eintönigkeit kennt Bioshock überhaupt nicht und das Spiel erscheint eher als spannender Film, in dem ihr die Hauptrolle übernehmt. Eine Besonderheit ist die „Ökologie-KI“.
Der Spieler kann sich nicht nur die Umgebung zu nutzen machen, um seine Feinde zu bekämpfen – man ist auch in der Lage seine Feinde gegeneinander auszuspielen oder zu manipulieren. Big Daddys greifen einen nicht zwangsläufig an, nur wenn man sich der Little Sister nähert oder sie angreift, werden sie ungemütlich. Neben den zahlreichen Plasmiden, die einen ideenreichen Kampf mit dem Gegner ermöglichen, gibt es auch Tonika. Fähigkeitsverbesserungen, bekannt aus Rollenspielen. Ein Technik-Tonikum verbessert zum Beispiel die Fähigkeiten des Spielers beim Hacken, ein Körper-Tonikum kann zum Beispiel die Panzerung verbessern, wo hingegen ein Kampf-Tonikum zum Beispiel den Schaden von Feuer erhöhen, den Spieler aber immun gegen Selbiges machen kann. An den sehr seltenen Automaten mit dem Namen „Alle Macht dem Volke“ lassen sich Waffen kostenlos verbessern. Leider kann man nur eine Verbesserung pro Station wählen, welche sich dann für immer schließt. So kann man zum Beispiel das Magazin der Pistole vergrößern, die Schussgeschwindigkeit der Maschinenpistole modifizieren oder die Kraft des Granatenwerfers per Gaseinspritzung erhöhen. Besonders schön: Das Upgrade verändert die Waffe auch vom Aussehen her. Eine Schrotflinte, die mit Upgrade „Schneller Feuern“ bedacht wurde, hat kleine Zahnräder am Lauf, die sich beim Schuss bewegen.
Eure Gegner, die Bekanntschaft mit den Kugeln der Schrotflinte machen dürfen, interessiert das Aussehen natürlich weniger. Uns aber das Aussehen der Gegner! Und die sind wirklich abwechslungsreich gestaltet. Die Einwohner von Rapture sind durch den Drogenähnlichen Gebrauch von Plasmiden körperlich und seelisch zerstört und tauchen mit den verschiedensten Fähigkeiten auf. Das Zielen wird dank einer leichten Zielhilfe nicht zur Frust und Waffen sind eh nur Hilfsmittel. Der Spieler sollte sich auf Plasmide konzentrieren. Oft sind sie der einzige Weg, um weiter zu kommen. So kann man praktisch nur an einem Geschütz vorbeikommen, das tödliche Raketen verschießt, indem man diese per Telekinese auffängt und zurückschleudert. Eine zugefrorene Tür wird nur dann frei, wenn ihr sie mit Feuer erwärmt und eine defekte Türsteuerung muss erst mit Blitzen wieder aktiviert werden. Doch die Plasmide beschränken sich natürlich nicht nur auf die Umgebung. Der Kampf mit Plasmiden ist äußert effizient, wenn man ihn beherrscht. Eine Gruppe von mutierten Rapture Bewohnern wird mit der Pistole nicht zu bezwingen sein, vor allem wenn Munition stehst Mangelware ist. Der Gen-Kämpfer weiß sich zu helfen. Erst werden die Gegner mit dem Feuer Plasmid in Brand gesteckt und wenn sich die schlauen Gegner dann eine große Wasserlache zum löschen suchen, schleudern wir Blitze ins Wasser und rösten alle, die sich darin befinden. Gerade dieser freie Umgang mit den innovativen Plasmiden macht einen großen Teil des Spielspaßen aus, der Instinkt weitere Verbesserungen für seine Waffe und seinen Körper zu sammeln natürlich ebenso.
Grafik
Und die Augen solltet ihr in Bioshock immer offen halten. Es könnte ja eine Little Sister in der Nähe sein oder ein anderer Bösewicht. Vor einem Big Daddy braucht ihr keine Angst haben, den hört und spürt ihr schon aus weiter Entfernung. Seine Stöhnen und seine Schritte erschüttern den Boden und euer Gamepad. Doch sein Anblick ist eigentlich wieder einen Blick wert. Die Grafik in Bioshock ist wirklich grandios. Die verborgene Unterwasserstadt ist im Pariser Stil „Art Déco“ gehalten, dass heißt: Bunten und schrillen Farben, markante aber nicht regelmäßige Formen und viel Neonlicht. Auch die Umgebungen sind eine Pracht. Neben der Gestaltung mit dem interessanten Stil „Art Déco“ gibt es in der Unterwasserstadt eine Reihe von verschiedenen Gebieten, die alle anders und abwechslungs- sowie detailreich gestaltet sind. Die Lunge von Rapture stellt Arcardia dar, eine Art Gewächshaus. Hier sind Wände und Böden oft bewuchert und beschmutzt, Morsche Deckenpfeiler und teilweise zerstörte Verkaufsautomaten. In dem verkommenen Hafengebiet sind viele Abschnitte vergammelt und verwüstet.
Jedes Gebiet und jeder Raum wurde in Bioshock liebevoll und detailreich entworfen. Poster und Schilder an der Wand, die für bestimmte Plasmide oder Waffen werben und in dem zeittypischen Stil entworfen wurden oder die Muster der Tapeten, Decken oder Böden. All das trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Die Waffen in Bioshock sind ebenfalls sehr detailliert und auch die Explosionen können sich sehen lassen. Die Plasmide, welche mit der linken Hand eingesetzt werden, haben nicht nur alle einen Werbefilm, den ihr beim Kauf zu sehen bekommt, sondern sind auch entsprechend animiert. Das Wespenschwarm Plasmid beispielsweise, brütet in euerem Körper Wespen aus, die dann auf eurer zerstochenen und Wunden linken Hand rumkrabbeln. Das Feuer Plasmid lässt eure Hand brennen und das Eis Plasmid lässt eure Hand voller Kälte weiß werden und es bilden sich Eiszapfen an eurer Faust. Alles in allem ist Bioshock grafisch bisher ein Referenztitel. Kein anderer Shooter hatte bisher eine solche Detailverliebheit an den Tag gelegt, was ja besonders aufwendig ist, wenn man sich, ein Themengebiet, wie hier die 60er Jahre raussucht. Take 2 hat die Herausforderung aber mehr als gemeistert.
Sound
Ich hätte Take 2 gerade nicht wegen der einzigartigen Atmosphäre gelobt, die im Spiel erschaffen wird, wenn diese auch nicht im Sound perfekt wäre. Authentische Klänge, lizenzierte Musik der 60er und eine atemberaubende Geräuschkulisse. Wenn der Spieler zum Beispiel durch eine dunkle, mit Marmorboden ausgelegte Halle streift, knistert das Feuer, des zerstörten Verkaufsautomaten leise, während eure Schritte widerhallen. Doch Moment! Was war das? Woher kam dieses Geräusch? Von der Decke, aus einem anderen Raum oder hinter mir? Bioshock bietet durch die perfekte Einbindung der Geräuschkulisse in das Spiel eine dichte Atmosphäre, von der man nicht so schnell wieder loskommt. Die Sprachausgabe des Spiels wurde komplett synchronisiert und das filmreif. Die Sprecher sind immer mit vollem Herz dabei und das hört man auch. Man kann eigentlich nicht wirklich etwas kritisieren, es ist halt manchmal etwas viel, der schrille Ton der Alarmanlage, die euch entdeckt hat, das Schreien der Gegner, das Zischen der Kugeln und die Explosion des Geschützes neben euch – da kann einem schon mal etwas den Schweiß auf die Stirn treiben. Doch das ist eben wirklich dichte Atmosphäre.
Features und Besonderheiten
Neben den vielen Plasmiden, Gen Tonika, Waffen, verschiedenen Munitionen und Upgrades gibt es noch eine Menge mehr in der Welt von Rapture zu entdecken. Jede Kiste sollte geöffnet, jeder Safe geknackt und jeder Gegner durchsucht werden, dass man auch ja nichts übersieht. Die Rollenspiel Elemente sind nicht immer für einen Shooter unbedingt das Beste, doch bei Bioshock leisten sie ihren Beitrag zum Spielspaß. Apropos: Der dauert leider unterdurchschnittlich lange: Die Take 2 Pressestelle gibt als Standardzeit 20 Stunden an, was man auch braucht, wenn man sich alle Gegenstände in Ruhe anschaut und auch alle Hörtagebücher anhört, die in Welt zu finden sind. Und für alle die nach einmaligen Durchspielen immer noch nicht genug von Bioshock haben bietet das Spiel neben drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden auch drei alternative Enden, was den Wiederspielwert ernorm steigert. Ein Multiplayer Modus gibt es nicht, weil man sich laut den Entwicklern nur auf den Einzelspielermodus konzentrieren wollte. Zum Glück, kann man sagen, denn der ist wirklich erstklassig geworden.
Fazit
Viele werden sich jetzt sagen: „Jetzt weiß ich zwar Alles über das Spiel, aber was ist mit dem Titel?“ Bioshock ist eine echte Herausforderung für eure Wahrnehmung. Bioshock schockt mit einer gigantisch detailreicher Spielwelt, einem erstklassigen Sound und einer filmreifen Geschichte, die mit einer dichten und fesselnden Atmosphäre so schnell nicht mehr loslässt. Die mutige Einbindung der Rollenspieleelemente in das Shootergenre ist geglückt und das innovative Spiel mit den Genen macht einfach Spaß – Plasmide sind die Waffen der Zukunft! Jeder, der bei einem Ego-Shooter gerne etwas mehr machen würde, als nur plump anstürmende Gegner mit seinem Sturmgewehr zu erledigen, kann und muss sich Bioshock kaufen. Wer Half-Life 2 mochte, wird auch dieses Spiel lieben!
Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!!!
Bewertung
Gameplay:95%
Grafik: 93%
Sound: 94%
Features und Besonderheiten: 94%
Gesamt 94%
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