Titel: RTL Biathlon 2009
Publisher: RTL Games
Plattform: Nintendo Wii
Genre: Sport
Release: 19.12.2008
USK: ab 0 Jahren
Online-Modus: Nein
Anscheinend ist der Markt der Biathlon-Fans so stark gewachsen, dass RTL Games mit „RTL Biathlon 2009“ schon den dritten Teil seiner Spielereihe veröffentlicht. Dies ist der erste Teil, der auch für die Nintendo Wii erschienen ist. Ob „RTL Biathlon 2009“ auf dem Wii Balance Board und mit Wii Mote und Nunchuk überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Review auf Nexnow.de.
Story
Nachdem ihr die CD eingelegt habt, gelangt ihr ins Hauptmenü des Spiels. Dort könnt ihr zwischen Trainingsmodus, Karrieremodus, Schnellstart und Mehrspielermodus auswählen. Dazu aber später mehr. Zunächst einmal müsst ihr euch für einen Athleten entscheiden. Wollt ihr eine Karriere anfangen, so erstellt ihr euch euren Sportler selbst mit einem Editor. Hier könnt ihr über Geschlecht, Name und Nationalität entscheiden. Dann habt ihr noch neun verschiedene Köpfe und Anzüge für die Gestaltung zur Verfügung. Außerdem verteilt ihr noch 40 Punkte auf die vier Eigenschaften Technik, Geschwindigkeit, Ausdauer und Kraft. Durch die Verteilung der Punkte habt ihr selbst Einfluss auf den Charakter eures Athleten und somit auch immer wieder Abwechslung beim Spielen. Wählt ihr einen bereits erstellten Sportler aus, werdet ihr merken, dass nur wenige originale Fahrer mit dabei sind.
Während des Siels stehen euch vier verschiedene Rennmodi zur Verfügung: Im „Einzelwettkampf“ starten die Athleten in einem Abstand von fünf Sekunden nacheinander. Schießfehler werden mit einer Zeitstrafe von 10 Sekunden geahndet. Der „Sprint“ ist identisch mit dem Einzelwettkampf, nur dass Schießfehler mit Strafrunden gebüßt werden. Diese werden direkt nach dem Schießen absolviert. Beim „Massenstart“ starten alle Biathleten gleichzeitig und Schießfehler werden mit einer Strafrunde belegt. Ein „Verfolgungsrennen“ findet nach einem Sprint oder Einzelwettkampf statt. Bei diesem Rennmodus gehen die Biathleten entsprechend ihrem Rückstand aus dem vorausgehenden Einzelwettkampf oder Sprint an den Star. Schießfehler werden mit einer Strafrunde geahndet.
Nun müsst ihr euch entscheiden, ob ihr erstmal im Trainingsmodus ein paar Runden zur Eingewöhnung dreht und hierbei „Massenstart“, „Sprint“ und „Einzelwettkampf“ testet, oder aber ob es euch reicht im Schnellstart-Modus zwei vorgefertigte Cups zu spielen. Im Schnellstart- sowie im Karriere-Modus stehen euch alle Rennmodi zur Verfügung.
Wenn ihr genug geübt habt, könnt ihr euch an den Karrieremodus rantrauen. Hier könnt ihr von der Juniorliga bis zur Profiliga-Extrem aufsteigen. Um in die nächste Liga zu steigen müsst ihr mehrere Weltcup-Rennen und eine 4-Rennen-Meisterschaft gewinnen. In der Juniorliga stehen euch 7 Rennen bevor in der Profiliga-Extrem sind es dann schon 24 Rennen, die ihr meistern müsst.
Gameplay
Bei der Steuerung hat sich RTL Games einiges einfallen lassen, was aber leider nicht wirklich überzeugen kann. Fangen wir mal mit dem Wii Balance Board an: Ihr habt die Möglichkeit das Wii Balance Board anzuschließen und so euren Fahrer mit Gewichtsverlagerung zu lenken. Leider reagiert das Board viel zu sensibel auf eure Verlagerungen, sodass es nicht lange dauert und ihr die ganze Zeit nur von links nach rechts hechtet. Nachdem die Steuerung mit dem Board nicht überzeugen konnte, gucken wir uns nun mal die Steuerung mit der Wii Mote und Nunchuk an: Ein Balken zeigt euch Ausdauer und Kraft an und ihr müsst versuchen mit einem zweiten Balken eure Power an den ersten Balken anzugleichen. Um Geschwindigkeit aufzubauen schwingt ihr die Controller in rhythmischen Bewegungen abwechselnd nach vorne und nach hinten. Je schneller ihr schwingt, desto schneller bewegt sich euer Athlet. Leider geht diese Bewegung sehr auf die Arme und ist auf die Dauer einfach ermüdend. Noch dazu leidet die Steuerung eures Fahrers unter diesen ständigen Bewegungen. Sollte die Lenkung durch leichte Neigungen der Wii Mote dann doch mal klappen, wird der Erfolg schon schnell durch eine schlechte Kollisionsabfrage getrübt. Um Kraft zu sparen, könnt ihr bei Abfahrten durch gleichzeitges Drücken der „B“-Knöpfe von Wii Mote und Nunchuk in die Hocke gehen. Mit der „A“-Taste könnt ihr einen Sprint hinlegen- aber ihr müsst diesen vorsichtig einsetzen, denn euerm Fahrer geht ziemlich schnell die Puste aus. Wenn es ans Schießen geht, ist die Steuerung wirklich gelungen: Wenn ihr den „A“-Knopf drückt, dann könnt ihr die Luft anhalten und so besser zielen. Und um es noch ein wenig realistischer wirken zu lassen, könnt ihr die Luft nicht so lange anhalten, wenn ihr euch vorher schon zu sehr überanstrengt habt. Mit dem „B“-Knopf könnt ihr dann letztendlich schießen und mit einem Zurückziehen des Analogsticks eures Nunchuks lässt sich euer Gewehr ganz einfach nachladen.
Die Steuerung hätte noch besser und realistischer umgesetzt werden können. Um die Lenkung und die richtige Verteilung von Kraft und Ausdauer eures Biathleten exakt hinzubekommen dauert es eine ganze Weile. Das Gameplay beim Schießen haben die Entwicklern hingegen sehr gut umgesetzt.
Grafik
Durch die gesamte Grafik zieht sich leider ein roter Faden voller Fehler. Die schlechte Kollisionsabfrage hat es wirklich in sich. Denn schon weit vor dem Pistenende werdet ihr oft gestoppt und verliert so nicht nur kostbare Zeit, sondern auch wertvolle Ausdauer und Kraft. Die Zuschauer sind zwar einzeln dargestellt, man braucht allerdings nicht lange, um zu bemerken, dass sie sich, genauso wie die Bäume und Biathleten auch, wiederholen. Das ist sehr schade, denn so was trübt die Spielatmosphäre erheblich. Selbst die eigens erstellten Spieler sehen fast gleich aus. Vor die Zielscheibe beim Schießen schiebt sich öfters mal die Anzeige fürs Luftanhalten und stört so den Spielfluss.
Die Wintersportorte sehen zwar auf den ersten Blick nett aus und es gibt sogar einige Effekte im Schnee, aber leider kommt dieser erste Eindruck durch den zweiten erheblich ins Schwanken.
Sound
Soundtechnisch hätte man bei „RTL Biathlon 2009“ noch etwas rausholen können, aber dennoch gibt es ein paar Lichtblicke: Die typischen Streckengeräusche, der Zuschauerjubel und auch die Akustik wenn ihr eine Zielscheibe trifft, sind sehr gut umgesetzt. Ihr könntet denken, ihr seid in einer Fernsehausstrahlung. Leider werden diese sehr gut umgesetzten Geräusche durch die sich ständig wiederholenden Kommentare des Sprechers getrübt. Es ist so, als würde ein Band abgespielt, auf dem nur ein paar Aufnahmen sind. Diese Kommentare bauen keine Spannung auf. Zum Glück könnt ihr den Kommentator, sowie die absolut nicht passende Hintergrund-Rock.Musik, ausschalten.
Features und Besonderheiten
Ein paar Features fährt das Spiel auf: Wenn ihr die Rennen gut abschneidet, habt ihr die Möglichkeit eure Attribute zu steigern. Haben sie ein gewisses Level erreicht, gelangt ihr eine Stufe höher. Es gibt insgesamt fünf Stufen zu erreichen. Jede fünfte Stufe erhält eine Spezialfähigkeit: Ihr könnt zwischen Bergspezialisten, Sprintspezialisten, Schießspezialisten und Fitnessspezialisten auswählen. Aber ihr müsst auch hier wieder aufpassen: Die Spezialfähigkeiten lassen sich nur einmal pro Rennen aktivieren. Einen allzu großen Vorsprung kann euch das nicht verschaffen.
Im Mehrspielermodus könnt ihr zwischen dem „Hot Seat Modus“ und dem „Zwei Spieler Split Screen Modus“ auswählen. Im „Hot Seat Modus“ bestreiten alle Spieler hintereinander immer jeweils ein Rennen. Im „Zwei Spieler Split Screen Modus“ habt ihr die Möglichkeit mit einem Freund zusammen zu spielen. Der Bildschirm wird horizontal geteilt und jeder Spieler hat eine Bildschirmhälfte. In diesem Modus spielt ihr nur zu zweit- alle computergesteuerten Fahrer sind nicht dabei.
Die Features sind an sich ganz nett, aber es fehlt leider der Online-Modus, in dem ein Massenstart mit vielen verschiedenen Spielern sicherlich Spaß gemacht hätte.
Fazit
„RTL Biathlon 2009“ hat gute Ansätze, aber es fehlt leider noch an der richtigen und realistischen Umsetzung. Die Streckengeräusche wie auch die Features sind gut gelungen. Auch die Steuerung ist eigentlich gut gedacht, aber sie lässt sich einfach nicht gut ausführen. Dazu kommt noch die jämmerliche Grafik mit der Umgebung wie aus dem Baukasten und der schlechten Kollisionsabfrage. Das Gameplay ist beim Schießen realistisch umgesetzt, hat aber ansonsten nicht wirklich etwas mit Skifahren zu tun. Vor allem der Versuch das Wii Balance Board mit einzubinden, ist gescheitert. „RTL Biathlon 2009“ für die Nintendo Wii hat viel Potenzial und darauf sollte beim nächsten Teil mehr geachtet werden. Für Biathlon-Fans sicherlich ein schönes Spiel, alle anderen sollten es erstmal anspielen.
Vielen Dank an RTL Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!!!
Bewertung
Gameplay: 68%
Grafik: 60%
Sound: 70%
Features und Besonderheiten: 70%
Gesamt 67%
Ähnliche Artikel:
- Pro Evolution Soccer 2009 Informationen zum Spiel Titel: Pro Evolution Soccer 2009 Publisher: Konami...
- UFC 2009 Undisputed Alle Fans des Kampfsportgenres haben den Release von „UFC 2009...
- WWE SmackDown vs. RAW 2009 Informationen zum Spiel Titel: WWE SmackDown vs. RAW 2009 Publisher:...
- Firmware 3.0 letztes großes Update 2009 Die Firmware 3.0 wird das letzte größere Update sein, das...
- Vandel Hearts: verschoben auf Winter 2009 Konami gibt bekannt, dass das Strategiespiel Vandal Hearts (PS3, Xbox...
- Xtival 2009 bringt Xbox 360 Nutzer zusammen Das Winter Xtival 2009 bietet Gamern und Unterhaltungsfans ein Wochenende...
- Fight Night Round 4-Inhalte: Anfang August 2009 Die ersten herunterladbaren Inhalte für Fight Night Round 4 (PS3,...
- Große Erwartungen an F1 2009 Publisher Codemasters hat große Erwartungen an das demnächst für Wii...