Titel: Die Noobs – Klein aber gemein
Publisher: Playlogic
Plattform: Nintendo Wii
Genre: Jump`n`Run
Release: 09.10.2009
USK: ab 6 Jahren
Online-Modus: Nein
Wieder ist mit „Die Noobs – Klein aber gemein“ ein Lizenzspiel auf den Markt gekommen. Die Frage ist auch hier wieder, ob das Spiel denn wirklich mit der Kinoversion mithalten kann. Die deutsche Übersetzung von dem eigentlichen Namen „Aliens in the Attic“ ist der Spieletitel jedenfalls nicht. Und „Noobs“ sind ja im Spielerjargon bekannterweise nicht ganz so helle Köpfchen.
Dann lasst uns mal sehen, ob dieser Ausdruck auch auf das Spiel zutrifft oder ob die Bedeutung des Titels nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun hat.
Dann schnappt euch eure Granaten und auf geht`s zu unserem Review zu „Die Noobs – Klein aber gemein“ für die Nintendo Wii.
Story
Das Spiel führt euch leider nicht in das Geschehen ein und so habt ihr nur ein sehr kurzes Intro, bei dem ihr noch nicht einmal wirklich viel erkennen könnt. Im Film geht es ja darum, dass die vier Aliens Spike, Razor, Sparks und Skip die Erde erobern wollen. Dafür haben sie vor Jahren eine Größenverstellmaschine zur Erde geschickt, da sie in ihrer normalen Größe den Menschen nichts anhabenkönnen. Jetzt möchten sie endlich ihre Mission, die Erde zu erobern, durchführen, doch ausgerechnet über der Größenverstellmaschine wurde ein Haus gebaut- und hier gilt es sich jetzt einen Weg zur Maschine hindurchzubahnen.
Leider ist in der Wii-Version von den Kindern Hannah, Tom und Jake, die den Aliens im Film Widerstand leisten, nichts zu sehen. Dies war ein kurzer Ausflug in das Geschehen im Kinofilm, denn von alledem wisst ihr als ahnungsloser Spieler nichts, denn ihr werdet direkt ins kalte Wasser geworfen.
Im Verlauf des Spiels lernt ihr mit den verschiedenen Charakteren zu spielen und deren besondere Talente einzusetzen: Spike ist der Waffenmeister des Noob-Trupps und kümmert sich um die Granaten, er kann Menschen kurzfristig betäuben, Erwachsene steuern und geheime Eingänge und Puzzle-Elemente aufspüren. Razor nutzt ihre scharfen Fingernägel, um mit Gegnern fertig zu werden und kann auch höher springen als die anderen. Sparks ist ein gutmütiger Alien und kann nicht angreifen. Er baut dafür aus Schrott Granaten und kann Menschen und Gegenstände mit Anti-Grav-Granaten kurzfristig schweben lassen.
Je nachdem, welche Aufgabe ihr bewältigen müsst, könnt ihr beliebig die Charaktere wechseln. Allerdings dürft ihr euch das nicht so vorstellen, dass alle vier Aliens zusammen durch die Level streifen, sondern ihr spielt immer nur mit dem ausgewählten Alien und wenn ihr die Figur wechseln möchtet, beamt sich das aktuelle Alien fort und das andere Alien erscheint auf dem Bildschirm.
So streift ihr also durch 15 verschiedene Level und sammelt Schrott zum Granatenbauen, Energiekugeln für eure Lebensenergie (wobei ihr sowieso immer wieder am letzten Kontrollpunkt starten könnt, wenn ihr denn mal sterben solltet), Treibstoffkanister, damit die Alienschiffe die Erde erreichen können und natürlich auch alle Teile der Größenverstellmaschine werden mitgenommen.
Leider war es das dann auch schon und wenn die 15 Level geschafft sind, gibt es keine zusätzlichen Herausforderungen mehr.
Gameplay
Das Gameplay ist an sich gar nicht mal so schlecht- wenn es denn auch immer so klappen würde, wie ihr euch das vorstellt. Ihr spielt „Noobs – Klein aber gemein“ mit der Wii-Fernbedienung und dem Nunchuk und könnt mit dem C-Knopf kriechen, mit dem Z-Knopf die Kamera bewegen, mit dem Control-Stick oder dem Steuerungskreuz den Charakter wechseln, mit dem B-Knopf Granaten bauen und Spezialangriffe ausführen und ab und zu dürft ihr für bestimmte Angriffe auch die Wii-Fernbedienung schwingen, wenn ihr z.B. Razor`s Fingernägel einsetzen möchtet.
Die Steuerung funktioniert leider nicht wirklich gut und ihr werdet schnell frustriert sein, wenn ihr zum fünften Mal einen Sprung oder einen Angriff ausführen müsst, nur weil einer der Aliens mal wieder nicht so reagiert hat, wie es eigentlich gedacht war.
Grafik
In punkto Grafik haben die Entwickler sich ja wirklich so einiges geleistet: Aber leider nicht im positiven Sinne. So eine schlechte Grafik werdet ihr wohl seit der Nintendo64-Zeit nicht mehr gesehen haben. Schon das Intro verdirbt euch eigentlich die Lust weiterzuspielen, weil es einfach nur kantig und lieblos wirkt. Die Level sehen alle gleich aus und von einem 3D-Effekt ist dieses Spiel Lichtjahre entfernt. Etliche Clippingfehler und die schlechte Kameraführung runden die miserable Grafik ab. Spätestens beim ersten Überqueren eines Hindernisses, wird euch auffallen, dass ihr einfach so durch Bäume gehen könnt, wohingegen ihr an einer anderen Stelle, wie durch eine unsichtbare Hand davon abgehalten werdet, weiterzulaufen.
Das Menü erinnert einen an die ganz alten Spiele: schwarzer Hintergrund und eine weiße, kantige, pixelige Schrift die aufleuchtet, wenn ihr einen Punkt auswählt sind einfach nur grässlich. Hier lässt sich einfach nichts mehr beschönigen: Die Grafik wurde komplett in den Sand gesetzt.
Sound
Durch das Spiel begleitet euch eine einzige Melodie, die noch nicht einmal zum Genre, geschweige denn zum Thema des Spiels, passt. Zum Glück könnt ihr den Ton ausstellen.
Das Klick-Geräusch, das ertönt, wenn ihr einen Menüpunkt auswählt, versetzt euch etliche Jahre zurück und hört sich einfach grausam an. Dialoge könnt ihr von euren Aliens nicht erwarten; lediglich ein paar unverständliche Geräusche kann man von ihnen vernehmen.
Features und Besonderheiten
Um wohl schneller fertig zu werden, haben sich die Entwickler wahrscheinlich gedacht, dass Features überbewertet werden und sie kurzerhand einfach weggelassen. Ihr werdet vergeblich einen Multiplayer-Modus suchen und auch an Trophäen gibt es nichts zu finden. Noch nicht einmal ein paar schöne Zwischensequenzen aus dem Film wurden dem Spiel spendiert.
Fazit
Bei „Die Noobs – Klein aber gemein“ wurde wirklich alles verhauen. Es gibt keine Story, die Level sind unzumutbar, die Clippingfehler sind nervenzerreißend und der Sound ist nicht vorhanden. Gerade bei so einem Jump`n`Run, bei dem man vier Charaktere zur Auswahl hat, müsste wenigstens ein Multiplayer-Modus drin sein. Des Weiteren wurden die Kinder, die im Film den Aliens die Stirn bieten, total außer Acht gelassen. Wenn man mit ihnen spielen möchte, muss man zur NDS-Version greifen. Dies ist total unverständlich, denn man hätte doch hier zwei Storymodi einbauen können: Einen Storymodus aus Sicht der Aliens und einen Storymodus aus Sicht der Kinder. Aber das war wohl zu viel verlangt und so müssen wir uns leider mit dem zufrieden geben, was letztendlich in den Regalen steht.
Wir geben definitiv keine Kaufempfehlung ab, denn die Umsetzung des Spiels passt zum Namen „Noobs“- einfach nur schrecklich. Es lohnt sich eher sich den Film anzuschauen, denn auch die Kinder, die die Zielgruppe dieses Spiels sind, werden ganz schnell den Spaß am Game verlieren.
Vielen Dank an Playlogic GmbH für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!!!
Bewertung
Gameplay: 53%
Grafik: 49%
Sound: 48%
Features und Besonderheiten: 40%
Gesamt 48%
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