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Mrz 08

Dante’s Inferno


Titel: Dante’s Inferno
Publisher: Electronic Arts
Plattform: Playstation 3
Genre: Action-Adventure
Release: 04.02.2010
USK: ab 18 Jahren
Online-Modus: Nein



Dieses Spiel und die Geschichte daraus wurde von Dante Alighieri einem italienischen Dichter und Philosophen geschrieben. Jedoch sollte man gleich anmerken, dass dies im Jahre 1321 war. Seine göttliche Komödie prägt bis heute die Vorstellung des Jenseits und alle, die gerne wüssten wie der Mann aussieht, können dies von einer 2-Euro-Münze aus Italien erfahren.

Alle diejenigen, die gerne wissen möchten wie „Dante’s Inferno“ auf der Playstation 3 abschneidet, sollten sich unseren Spieletest genau durchlesen, denn es gibt viel zu erfahren.

Story

Im Werk von Dante Alighieri wird aus der Ich-Perspektive seine Reise durch das Jenseits geschildert. Dabei geht seine Reise im Inferno (Hölle) los und führt ihn durch das Purgatorio (Fegefeuer) bis er letztlich im Paradiso (Paradies) ankommt. EA’s Studio Visceral Games habt sich das Inferno als Hintergrundgeschichte ausgesucht und entführt uns in die Hölle.

Ihr übernimmt die Rolle des Dantes, der bei der Rückkehr in die Heimat seine Geliebte Beatrice ermordet vorfindet. Da Luzifer ihre Seele in die Unterwelt entführt hat, bleibt Dante nur eine Möglichkeit, ihre Seele zu retten: Selber in die Hölle hinabzusteigen. In der Hölle jedoch muss er sich auch seinen eigenen Dämonen stellen und ihm wird deutlich, dass hier auch seine eigene Rettung und Erlösung auf dem Spiel steht.

Wie bereits aus der Vorlage des Originals, besteht die Hölle aus neun Kreisen im Spiel. Die neun Kreise Vorhölle, Wollust, Völlerei, Habgier, Zorn, Häresie, Gewalt, Betrug und Verrat sind allesamt abwechslungsreich gestaltet und warten mit anderen Aufgaben auf euch. In Wollust bekommt ihr es beispielsweise mit halbnackten weiblichen Kreaturen zu tun, die aber nicht nur ihre Krallen ausfahren, sondern auch etwas Organisches zwischen den Beinen haben und bei Habgier müsst ihr euch einen Verdauungstrakt mit allem Schaurigen und Ekligem zu Gemüte führen. Hier gerade wird es faszinierend auf welche Ideen man im Spiel gekommen ist und was die Entwickler an Abscheulichem geschaffen haben.

Gameplay

Im Kampf gegen die Dämonen der Hölle stehen unserem Protagonisten zwei Hauptwaffen zur Verfügung. Zum einen ist es die Sense, die er dem Tod entrissen hat, und zum anderen das Heilige Kreuz, das er von Beatrice erhalten hat. Im Verlauf des Spiels könnt ihr aber auch mit göttlichen Strahlen schießen oder mithilfe eurer Sense über die Sünden der anderen entscheiden. Je nachdem, wie ihr euch entscheidet: Erlösung oder Bestrafung für die Seelen. Hierfür bekommt ihr „Holy Points“ oder „Unholy Points“, für die es eine Auswahl an Moves gibt.

Nach jedem Level erwarten uns Endgegner, die sich wirklich ins Zeug legen. Kaum einer kommt dem anderen gleich und alle Angriffsmuster sind auf eine verschiedene Art. Einfaches drauflos- smashing ist hier nicht angebracht. Damit man aber nicht ohne Chance ist, gibt es ein umfangreiches Upgrade-System. Nebenbei sollt ihr auch Reliquien sammeln, die euch beispielsweise eure Kombozeit verlängern oder euch gegen bestimmte Angriffe immunisieren.

Der Schwierigkeitsgrad hätte im Spiel eine bessere Balance verdient. Anfänger kommen noch sehr gut rein, aber in der nächsten Stufe sind bereits Abgründe zu sehen. Eine weitere Stufe wäre sicherlich gut gewesen, aber auch die Speicherpunkte in den Levels hätten besser stationiert sein müssen. So kommt es vor, dass ihr in einem Abschnitt rein gar nicht speichern könnt und im nächsten dafür umso mehr.

Grafik

In „Dante’s Inferno” wurde die Engine aus “Dead Space” verwendet, was dem Spiel klar den Stempel „gelungen“ aufdrückt. Die Welten sehen unglaublich aus und sind mit vielen Details und atemberaubender Schärfe zu betrachten. Riesige Höllenwesen und Landschaften machen Lust auf mehr und können auf ganzer Linie überzeugen. Bei soviel Texturen im Spiel ist es umso erstaunlicher, dass man mit einer konstanten Framerate von 60 Bildern pro Sekunde durch die Levels ziehen kann. Auffällig ist nur die Kameraführung, die manchmal etwas zu ungenau ist. Sie fängt dann das Spielgeschehen nicht optimal ein und so kommt es schon mal vor, dass man kurzerhand einen Abhang herunter fliegt.

Sound

Die Orchestralen und choralen Klänge geben „Dante’s Inferno” einen letzten Schliff und untermalen die Kulissen in einem unverkennbaren Ton. Dies auch Dank des Bioshock-Komponisten Gary Schyman. Die Soundeffekte sind auf höchstem Niveau und auch die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen. Die Synchronsprecher machen allesamt einen guten Eindruck, wobei es den Anschein macht, dass die Nebenrollen im Game besser abschneiden als die Hauptdarsteller.

Features und Besonderheiten

Bis auf ein Making Of gibt es wenig an Zusatzmaterial und auch auf einen Online-Modus oder Koop-Modus kann man nicht zurückgreifen.

Fazit

Dass man ein literarisches Werk für ein Spiel nimmt, gibt es so gut wie nie. Dabei stellt sich „Dante’s Inferno“ der Konkurrenz wie „God of War“ ohne dabei unterzugehen. Natürlich sieht das Spielprinzip fast gleich aus, aber am Ende zählt es, ob es EA gelungen ist ein gutes Spiel zu veröffentlichen. Eine Spielzeit von 6 bis 8 Stunden ist eher wenig, dafür bieten die Grafik und der atemberaubende Sound reichlich Spaß. Wer Lust auf einen Höllentrip hat, kann ruhig zu „Dante’s Inferno“ greifen.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!!!

Bewertung

Gameplay: 85%
Grafik: 88%
Sound: 89%
Features und Besonderheiten: 82%

Gesamt 86%

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